Die Rosentalbahn: Abschied einer Bahnstrecke

Nachdem es bereits lange absehbar war, ist es nun im Jahr 2025 tatsächlich soweit. Der letzte Zug rollt über die Rosentalbahn. Die Brücken sind sanierungsbedürftig, doch das Land Kärnten hat andere Prioritäten. Eine Geschichte vom Niedergang einer einst internationalen Bahnstrecke und Denkmalschutz.

Hintergrund

Die Rosentalbahn wurde einst in der Monarchie gebaut um St. Veit an der Glan mit Jesenice zu verbinden. Die Strecke verläuft von St. Veit über Klagenfurt, Feistritz und Rosenbach nach Jesenice. Die Abschnitte St. Veit - Klagenfurt und Rosenbach - Jesenice zählen heute zu den Hauptstrecken Österreichs und werden auch vom internationalen Fernverkehr genutzt. Der Abschnitt Klagenfurt-Weizelsdorf wurde elektrifiziert und ist seit 2022 Teil der S-Bahn Kärnten. Heute geht es um den Abschnitt Weizelsdorf - Rosenbach. Auch auf diesem Abschnitt fuhr einst der internationale Fernverkehr. Mit Ende 2025 wird der Bahnverkehr aber endgültig eingestellt.

Zuvor war die Infrastruktur schon jahrelang in schlechtem Zustand und die ÖBB entschied sich 2016 dazu die Strecke an das Land Kärnten zu verkaufen. Ab 2020 haben dann die Nostalgiebahnen in Kärnten die Strecke noch betrieben. Nun sind die Brücken aber in so schlechtem Zustand, dass eine Nutzung nach 2025 nicht mehr möglich ist. Doch die Brücken müssen erhalten werden. Sie stehen unter Denkmalschutz.

Abschiedsfahrten

Und damit sind wir in der heutigen Zeit angelangt. Nach eingehender Prüfung der Brücken durften die Nostalgiebahnen in Kärnten 2025 noch ein letztes mal fahren und so konnte ich den Betrieb noch an 3 Tagen festhalten.

Im Bahnhof Rosenbach musste gestürzt werden, damit die Fahrt nach Faak am See weitergeführt werden konnte.

Bei meiner ersten Reise habe ich den Zug sehr schön auf dem Rosentalviadukt erwischt. Zum Glück. Denn bei meiner zweiten Reise ist aufgrund eines Oberleitungsschadens in Deutschland mein Zug von Salzburg nach Villach ausgefallen. Somit konnte ich leider nur noch sehen wie die Dampflok im Bahnhof Rosenbach einfährt.

Ich habe versucht trotzdem das Beste aus der Reise zu machen und so sind noch einige Nachtaufnahmen auf der Strecke entstanden. Recht passend. Denn danach war es Zeit der Strecke gute Nacht zu sagen. Es gab zwar noch einige private Sonderfahrten, doch nichts wo ich noch dabei gewesen wäre.

Und wie geht es jetzt weiter?

Tja. Das weiß niemand so genau. Fakt ist die Brücken sind am Lebensende angekommen, Fakt ist eine Sanierung wird teuer, aber Fakt ist auch, dass die Brücken unter Denkmalschutz stehen. Sie können also, zumindest theoretisch, nicht so einfach abgerissen werden.

Praktisch sah man leider schon an der Eisenbahnbrücke in Linz, dass der Denkmalschutz in Österreich leider keinesfalls ein Garant dafür ist, dass Denkmäler auch tatsächlich erhalten bleiben. Als Gegenbeispiel kann man die Steyrflussbrücke anführen. Hier wurde die Denkmalgeschützte Brücke als Radweg ertüchtig. Aber auch hier sieht man am Erhaltungszustand der Brücke, dass nur das allernotwendigste gemacht wurde.

Steyrflussbrücke zwischen Steyrling und Hinterstoder. Im Vodergrund die historische Brücke, dahinter die neue Eisenbahnbrücke.